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Workshop: Qualitätsziele für die Küstengewässer der Ostsee

Ort: Rostock-Warnemünde

Datum: 29.08.2011

Die Kopplung der Modelle MONERIS (Nährstoffflussmodell, welches die Einzugsgebiete der deutschen Ostsee abdeckt) und ERGOM (3D-Ökosystemmodell, welches einige innere, alle äußeren Küstengewässer sowie die westl. Ostsee abdeckt) ermöglicht die gleichzeitige Ableitung von konsistenten, realistischen Gewässerqualitätszielen (N, P, Phytoplankton) für Flüsse, Küstengewässer und die Ostsee. Grundlage für die Modellsimulationen bilden die Referenz- oder Zieleinträge in die Einzugsgebiete und die daraus resultierenden Frachten in die Küstengewässer. Für die Definition der Zieleinträge können die Vorgaben des Baltic Sea Action Plans (BSAP) dienen. Dieser Ansatz bildet eine Alternative zu der Vorgehensweise im Rahmen der Umsetzung der WRRL.

Ziele des Workshops:

Diskussion und Festlegung von Referenz/Ziel-Frachten gemäß BSAP (als Grundlage für Modellsimulationen), Vorstellung der Modelle, des Ansatzes, der Anforderungen sowie der aktuellen Möglichkeiten und Grenzen sowie Diskussion des Nutzens der Ergebnisse

Konsequenzen und nächste Schritte:

Weder Ansatz 1 noch Ansatz 2 ist in der aktuellen Situation zufriedenstellend. Mehrere Modellsimulationen sind erforderlich um sich einer Lösung zu nähern:

  • Das IOW wird in einem ersten Schritt die aktuellen Modellsimulationen zu den Auswirkungen des BSAP auswerten. Für alle B3-Küstengewässer werden die N-, P- und Chl a-Konzentrationen, die sich aufgrund der aktuellen BSAP-Frachten ergebenden, berechnet. Hierbei wird auch der Klimawandel einbezogen. Dadurch ergibt sich ein erster Eindruck wie weit sich die Ansätze der WRRL und des BSAP in ihrer Konsequenz für Küstengewässer unterscheiden.
  • Das IGB stellt bis Oktober die aktuellen Flusseinträge für alle Teileinzugsgebiete der deutschen Ostseeküste sowie der Oder zwischen 1983 und 2005 bereit. Diese dienen als Grundlage für weitere Simulationen.
  • Sobald die neuen BSAP-Frachtreduktionsziele veröffentlicht sind, werden diese für weitere ERGOM Modellläufe genutzt. Dabei wird zunächst, in Absprache mit den Behörden, von einer gleichmäßigen Reduktion der Frachten entlang der gesamten deutschen Ostseeküste ausgegangen. Der Klimawandel wird zu einem späteren Zeitpunkt einbezogen. Mit den neuen BSAP-Frachtvorgaben soll Aufschluss darüber gewonnen werden, mit welchen Auswirkungen auf die Küstengewässer (speziell Typ B3) zu rechnen ist und des Weiteren, inwieweit aus den BSAP-Reduktionsszenarien resultierende Richtwerte für Küstengewässer mit den Vorgaben der WRRL übereinstimmen und somit eine Arbeitsgrundlage für weiterführende Untersuchungen und Modellanpassungen darstellen.
  • Das IGB erarbeitet Reduktionsszenarien für die deutschen Flusseinzugsgebiete. In ein erstes Szenario fließen alle zurzeit möglichen und realistischen Nährstoffreduktionsmaßnahmen ein. Weitere Szenarien sind angedacht. Damit wird ein Eindruck vermittelt welche Reduktionen durch welche Maßnahmen in den verschiedenen Teileinzugsgebieten möglich sind. Es wurde für die Übergabe der Daten Dez. 2011/Jan. 2012 vereinbart.
  • In einem weiteren Szenario die Umsetzbarkeit der neuen Ziele des BSAP mit MONERIS untersucht. Diese Daten können als Input für ERGOM dienen. Anhand der Szenarien sollen in Folge potentielle Gewässerqualitätsrichtwerte für die Küstengewässer abgeleitet werden.

Programm des Workshops

application/pdf Tagesordnung (77,8 kB)